Nordmende
Arabella

Der besondere Musikschrank

24.01.2021

Nordmende ArabellaMusikschrank

Wir hatten schon immer den Plan, aus alten Musiktruhen besondere Hausbars zu gestalten. Aus einem wunderschönen Nordmende Arabella Musikschrank sollte eine moderne Hausbar werden. Die Hausbars sind inzwischen fester Bestandteil unseres Produktportfolios geworden. Sie werden auf Bestellung gefertigt, bzw. für Sie umgebaut.

Bar-Design

VorabcheckBevor wir mit den Arbeiten beginnen konnten

Dazu stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung:
Variante 1)
Entweder ist die Musiktruhe technisch einwandfrei oder reparabel: In diesem Fall würde das Röhrenradio der zentrale Verstärker sein und das Max2Play Audiosystem an das Radio angeschlossen werden. Somit hätte man nicht nur Radioempfang, sondern man könnte auch Musik via Apple AirPlay, Bluetooth, Musikstreaming sowie über einen lokalen Medienspeicher (Festplatte oder USB-Stick) hören. Dies wird über eine App mit einem Smartphone, Tablet oder einem PC mit Browser gesteuert.

Variante 2)
Die Technik ist nicht mehr vorhanden oder irreparabel. Trotzdem würde sich die Truhe sehr gut als Stereosystem eignen. In diesem Fall würden wir einen alternativen Verstärker oder Receiver einbauen. Danach hätten wir Max2Play daran angeschlossen (diese Variante hat sich bis jetzt für uns noch nicht ergeben).

Variante 3)
Es ist keine Technik mehr vorhanden oder der Einsatz der vorhandenen Technik würde keinen Sinn ergeben. Hier bauen wir eine komplette Hausbar (siehe Artikel Hausbar) ohne HiFi Funktionen auf. Die Variante 3 hat den Vorteil, dass mehr Platz für die eigentliche Bar frei wird. Trotzdem können wir auf Wunsch smarte Elemente und auch USB oder Qi Ladestationen einbauen.

Bei diesem Upcycling Projekt lag glücklicherweise Variante 1 vor!

Ausbau des Plattenspielers

Zunächst sollte der Plattenspieler ausgebaut werden. Erstens funktionierte er nicht mehr, zweitens wäre er kein Audio Highlight gewesen. Des Weiteren würde er zudem nur wertvollen Platz in Anspruch nehmen. Von daher stand unser Entschluss schnell fest: Wir mussten den Plattenspieler ausbauen! Für Sammler ist er nun zur Seite gelegt. Falls Ihrerseits Interesse besteht, können Sie sich gerne bei uns melden!

Das Max2Play System und Einbau Filament LED

Das Max2Play System sollte später unter dem Platz des Plattenspielers eingebaut werden. Zudem mussten wir noch abgeplatzten Lack beseitigen und das Radioteil überarbeiten. Glücklicherweise war es noch in einem sehr guten Zustand. Wir haben es somit weiter verwendet.

Manch einer glaubt, dass diese alten Geräte mit Modernen nicht mithalten können. Dies ist jedoch ein Irrglaube! Sobald man sich die Mühe macht, alles komplett zu überarbeiten, ist man wirklich beeindruckt von dem tollen Klang! Wir haben bei bekannter Musik Klänge gehört, die wir vorher so nicht wahrgenommen haben. Insbesondere bei Klavierstücken spielt die Arabella ihr volles Können aus!

Wir haben die Beleuchtung der Fächer auf moderne Filament LED umgebaut. Die ursprünglichen E14 Birnchen waren kleiner und schlanker. Für die E14 Filament LED mussten wir die Fassung passend sägen. Dann konnten wir das breitere Leuchtmittel einsetzen.

Vorgenommene Arbeiten am Radio

Um die Arbeiten am Radio beginnen zu können, mussten wir erst die Sperre lösen. Das Radio ist hier ausgeklappt und die Wartungsarbeiten konnten beginnen. Der erste Funktionstest funktionierte erstaunlich gut. Zunächst haben die Einzelteile gereinigt. Die Bedienelemente ebenso wie die elektrischen Kontakte haben wir uns vorgenommen. Vor allem die Kontakte an den Röhren waren stark korrodiert. Im Zuge dieser Arbeiten konnten wir zugleich einen Audio-Fehler lokalisieren und beheben. Die Lösung war, dass eine Röhre ganz simple Kontaktprobleme hatte.

Fehlerbehebung

Man sieht hier zwei Röhren. Sie dienen für den jeweils linken und rechten Kanal als Verstärker. Die Linke hatte kaum Kontakt. Sie verfehlte somit auch ihren Einsatzzweck. Erwähnenswert ist zudem, dass die Audio-Komponente der Bar mit einem Röhrenverstärker ausgestattet wurde. Somit haben wir einen besonders warmen sowie weichen Klang erzeugt.

Bakelit KnöpfeLiebevoll aufbereitet

Diese schönen Bakelit Drehknöpfe gehören auch zu unserem Nordmende Arabella Musikschrank. Wir haben sie liebevoll mit Autosol aufpoliert. Der Trick hierbei ist, dass man die Politur nach dem Auftragen mindestens 10 Minuten einwirken lassen muss. Danach erhält man diesen tollen Effekt!

Skalenscheibeund Funktionstest

Hier sehen wir die Skalenscheibe aus dem Nordmende Arabella. Auch sie wurde ausgebaut, gereinigt, liebevoll poliert. Am Ende haben wir alle Teile wieder zusammengebaut. Danach erfolgte wieder ein Funktionscheck. Das Radio lief einwandfrei!

Stabilisierung

Die gesamte Technik haben wir in dem unteren Fach eingebaut, in dem sich zuvor der Plattenspieler befand. Um dieses Fach nach oben abzuschließen, ließen wir eine leichte Acrylglasplatte in Milchglas-Optik anfertigen. So erhielten wir wieder eine Abstellfläche für Flaschen oder Gläser. Nun zeigte sich, dass diese Platte in der Mitte eine Stabilisierung benötigte. Sie hielt dem Gewicht der Flaschen leider nicht stand.

Distanzstückselbst hergestellt

Somit musste ein Stabilisator angefertigt werden. Dafür bereiteten wir ein einfaches Distanzstück mittels 3D-Drucker vor. Auch diese Herstellung nahmen wir selbst vor. Nach dem Einbau mussten wir leider feststellen, dass sich das Distanzstück jedoch innen sichtbar abzeichnete. Man konnte es leider gut durch das Milchglas erkennen.

Neufeldt & Kuhnke Logo als Stabilisatordie ersten Versuche

Die nächste Evolutionsstufe war dann, unser Neufeldt & Kuhnke Logo in Schwarz als Stabilisator zu benutzen. Dies hatte aber den Nachteil, dass es nicht deutlich abgebildet wurde. Einige Zeichnungen und Versuche haben wir dann doch gebraucht, um das Optimum zu erreichen. Wir wollten etwas Besonderes, etwas Auffälliges! Dann kamen wir auf die Idee, die indirekte Beleuchtung in Blau zu gestalten!

Einbau von LED Streifendie Beleuchtung funktioniert

Wir haben daher LED-Streifen mit eigener USB-Stromversorgung eingebaut. Dafür mussten wir einen unteren Teil (Sockel) des Stabilisators neu entwerfen. Nach drei Versuchen funktionierte es! In weißem PLA wurde dieser dann auf dem 3D-Drucker erstellt und mit dem LED-Streifen sowie dem Stabilisator verklebt.

Das Ergebnisüberzeugt

Die Konstruktion ist stabil und sieht zudem noch sehr gut aus! Somit war der rechte Teil der Musiktruhe für die Flaschen erfolgreich fertiggestellt! Die Acrylglasplatte wurde zudem mit Klettband befestigt. So konnte man die Technik gut erreichen.

Einrichtung des Systemsund Einbau technischer Gimmicks

Das Max2Play System besteht zunächst einmal aus einem Raspberry Pi mit der Max2Play Software. Optional kann man noch einen DAC (Digital Audio Converter) mit aufnehmen. So kann man einen besseren Sound erhalten. Im ersten Schritt haben wir nur den Raspberry mit der Software plus einer externen Platte angeschlossen und das System eingerichtet. Dazu mussten wir zunächst die WLAN-Anbindung herstellen, da es schließlich ohne LAN Kabel funktionieren sollte.

Dann folgte erneut ein Test: Funktioniert es überhaupt, das System an das Radio anzuschließen? Ja, das Probehören von Liedern der britischen Band “Anathema” (z. B. Weather Systems) verlief erfolgreich! Wir haben das Piano selten so brillant gehört. Wir haben den Raspberry über ein Adapterkabel an den Tonbandeingang des Radios angeschlossen et voilà: Es funktionierte hervorragend! Somit wurde ein HiFiBerry DAC2 HD (derzeit bester DAC von HiFiBerry) nebst Metallgehäuse für das ganze System bestellt.

Die Verkabelung

Während wir auf die Lieferung warteten, kümmerten wir uns um die Verkabelung. Diese benötigte dringend ein Update! Hier sieht man gut die “professionelle” Verkabelung …
Bevor wir mit unseren Arbeiten beginnen konnten, musste zunächst mit der Entzerrung der vorhandenen Kabel begonnen werden. Natürlich sind diese Musiktruhen “Kinder ihrer Zeit”, daher musste die Verkabelung runderneuert werden. 

Der Strom kommt nun mit Erde (wichtig!) von einem ausgemusterten PC-Kabel, danach wird aufgeteilt: Die Beleuchtung erhält Dauerstrom und funktioniert somit immer! Der Raspberry und das Radio sowie die Stromversorgung für das LED-Band erhielten einen separaten Hauptschalter. Dieser wird benötigt um den Raspberry ggf. richtig ausschalten zu können, bzw. nach dem Herunterfahren auszuschalten.

Außerdem finden wir es wichtig, dass man das Röhrenradio notfalls vom Strom trennen kann. Damit wird das manchmal unliebsame Brummen entfernt. Wenn das System eingeschaltet ist, erkennt man dies durch den beleuchteten Hauptschalter. Zudem haben wir eine USB-Steckdose im linken Fach, neben dem Hauptschalter postiert. Diese dient zum Beispiel zum Aufladen von Smartphones, etc. Auch diese Steckdose wird über den Hauptschalter an,- bzw. ausgeschaltet. Der Raspberry hat ein eigenes Netzteil für die Stromversorgung erhalten. Die LED-Beleuchtung und die USB-Steckdose werden über ein anderes Netzteil versorgt. Beide erhalten somit ausreichend Power!

Max2Playder Aufbau

Nach einigen Tagen haben wir den Raspberry Pi3 mit dem HiFiBerry DAC2 HD in eine saubere Blechvorrichtung gesteckt. Die externe SSD Festplatte befindet sich ebenfalls in einem separaten Metallgehäuse.
Für die WiFi Konnektivität haben wir einen separaten USB-Stick angeschlossen. Damit wurde die Verbindung verbessert. Via eines neuen, hochwertigen Audio Adapterkabels (Cinch auf Diode) haben wir somit das HiFiBerry mit dem Radio verbunden. Auch der erneute Probelauf verlief durchaus hörenswert: Bei Liedern von “Anathema“ hört man nun das Piano deutlich heraus. Wir haben besonders bei klassischen Instrumenten einen sehr viel differenzierten Klang.

Anmerkung in eigener Sache:
Bei einem unserer Lieblingslieder haben wir Dinge gehört, die kannten wir bis dato noch gar nicht! Die Verkabelung war nun soweit komplett überarbeitet und auch die Testläufe mit dem Max2Play System und “Empire State of Mind (Part II) Broken Down” von Alicia Keys waren eine wahre Wonne. Für die WiFi Konnektivität haben wir einen separaten USB-Stick angeschlossen, um die Verbindung zu verbessern. Die SSD Festplatte befindet sich ebenfalls in einem Blechgehäuse.

Lackarbeiten

An den Seiten war der Lack etwas abgeblättert. Nach Rücksprache bei Restauratoren Kollegen mussten wir leider feststellen, dass dieser Lack nicht mehr zu retten war. Unser Tipp an dieser Stelle: Mit einem weichen Holz den Lack vorsichtig entfernen. Das hat wirklich sehr gut funktioniert! Den etwas festeren Lack haben wir mit der stumpfen Seite einer Schere behutsam abgeschabt. Danach wurde das Holz wirklich sehr vorsichtig mit 600er Schleifpapier abgeschliffen.

 

Weitere Holzbehandlung

Das alte Furnier ist extrem dünn und verzeiht daher keine grobe Behandlung. Die übliche Vorgehensweise mit 120er Papier und immer festerem Schleifen hätte das Furnier endgültig ruiniert. Anschließend wurde das Holz an den Kanten mit Halböl und danach mit Hartöl behandelt. Dafür haben wir aus einem Schraubenzieher und einer Schaumrolle einen Pinsel gebaut.

Behandlung der glatten Holzflächenmit einem aussagekräftigen Ergebnis

Diese haben wir zunächst mit einem feuchten Tuch gesäubert und mit einem sehr feinen Tuch trocken nachgewischt. Danach wurden alle glatten Flächen mit Herrmann Sachse “Schleierfrei” behandelt. Dieses Mittel entfernt Kratzer und sorgt für ein wunderbares Finish. Am Ende erstrahlte die Arabella dann im neuen Glanz! Wir haben sie bei uns zu Hause als Vorführgerät aufgestellt.

Erfolgreiches Resultat

Auch unser neu gestaltetes Neufeldt & Kuhnke Sektglas wird hier in der Hausbar ein tolles Bild abgeben!

• Weitere interessante Seiten • 

Fotografie
HiFi Upcycling
Uhren
Licht
Möbel
Aufbereitungen​​​​​​​

• Kontakt • 

Neufeldt & Kuhnke GmbH & Co. KG
Boninstraße 25
24114 Kiel
Deutschland

Tel: +49 (0) 431 – 70 57 95 91
Fax: +49 (0) 431 – 70 57 95 89
E-Mail: kiel(at)neufeldt-kuhnke.de